Magdeburger Kodderschnauze

 
 

25.11.2018

Ist das Müll oder kann das wech? 

Juten Tach Kinnings,


ham sie’s die ibber Woche jemerkt? So kurz vor’s Weihnachtsfest wolln die Leutchens iberall noch schnell ihren Müll loswerden. So ville Müll mit das wir uns letzte Woche rumherschlaren mussten, ist mich selten unter die Jlubschen (*1) gekommen. Den meisten dardavon tun die Machdeburjer Angler anner Backe ham. Am Salbker See I mussten die diesjahr schon acht Mal kloar Schiff machen. Doch kaum hatten se sich umjedreht, liegt die  Böschung schon willer voller Krimskrams. Unser jläsernes Rathaus hat schon überlegt, die Hängelsberje dicht zu machen und den Salbker von Jrund auf zur Kippe zu erklärn.


Wär’ ooch für Rolfchen Onnen janz praktisch. Die Projekte vom jrößten Immobilien-Jongleur inner Ottostadt sind ja immer mit ville Abraum verbunden und eh jleich umme Ecke (*2). Und Rolfchen kippt immer dahin, wo jerade keener gucken tut. Ne Halde am Salbker wär für Tonnen-Onnens Bauschutt-Mikado zwischen Kavalier I und Kapellenstraße een Sejen. Mahen wir ihmchen doch een Jeschenk. Wo doch balle das Christkind kommt...


Ziemlicher Müll scheint ooch die Technik von’s Diesdorfer Schwimmbad zu sein. Seitdem die da vor zwee Joahrn alles neu und umkarriolt (*3) ham, fällt se öfter aus als dass sie funktionuckelt (*4). Entweder wirste beim Kraulen von ohm nass oder eene von die villen Pumpen jibt den Jeist uff, dass es dich jlatt vor’n Ausjuss sauren tut. Alle Nase lang wird’s Wasser trüber als wie am Barleber, weil ooch die Filter so verstoppt sind wie kurz vor Fümfe das Schleinufer. Letzte Woche mukkerte zu allem Übel die Steuerung. Vor lauter Schiss inner Buchse ham se jleich die Sauna mit dichte jemacht. Könnte ja sein, dass der Saunaofen irjendwie die Filteranlare anjeschmort hat...


Für ziemlichen Müll tut die Stadt ab Montach selber sorjen, wenn se inner Reuterallee ihre zwee Schilder mit die 30 im roten Kreis uffbammeln (5) tut. Anjeblich, um Millionen völlich verpeilte Fußjänger das Leben zu retten, die echt volle Kanne vons Allee-Center uffn Weihnachtsmarkt rammeln. Weil im Advent schließlich alle wie blöde uff’n Jlühwein jiepern (*6), looft doch jlatt jeder Zweete voll Karacho in eens von die Rennautos, die da ja ständich nicht unter 70 unterwejens sind. Andererseits: Bei keenem anderen Blitzer in janz Trümper-Town hat’s letztes Joahr so ofte jescheppert wie bei diesem. Mit Müll kann man ooch janz jut verdienen.

 

So wie es der Kolleje aus Querfurt wollte, der beim Verbuddeln von seinem Wellensittich uff eenmal uff ne olle Bronzevase jestoßen ist. Hat der jlatt für Müll jehalten. Doch statt’s inner Erde zu lassen, hat er es als 3100 Joahre ollen Bronzeschatz bei ebay verticken wollen. Man jut, dass ihm Archäoloren uffe Schliche kamen und ihm den „Müll“ entrissen ham. Nun jeht der Schatzsucher zwee Joahre ab.


Was beweisen tut, dass echt nicht alles Müll ist, was wie olles Zeuch aussieht. Wie das fünf Meter lange Holzstück, dass bei Randau inner Elbe rumherschwamm. Jetze wissen wir, dass es sich um eenen minimal 1000 Joahre ollen Einbaum handelt. Rolfchen Onnen soll schon Interesse dran jezeicht ham – als Transportmittel für seinen Bauschutt. In schlechten Zeiten.


Machdeburjer Wörterbuch

*1) Jlubschen - Augen

*2) umme Ecke – um die Ecke

*3) alles umkarriolt – alles umgestaltet

*4) funktionuckeln - funktionieren

*5) uffbammeln – aufhängen

*6) jiepern – süchtig sein

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18.11.2018

Schlaue können nicht mit Jeld... 

Juten Tach Kinnings,


eijentlich tut unser schönes Sachsen-Anhalt bei Umfraren und Statistiken immer hinten liejen. Außer beim Abitur. Da sind wir janz weit vorne. Nirjends ist das Abi schwerer als zwischen Elend und Wittenberch. Das ändert sich aber, denn schon balle braucht sich unsere Jurend nur noch in zweie statt sechs Leistungskurse so richtich uffn Hosenboden hucken. Monatelang war Tulli Tullner desderwejen janz bräjenklüterisch (*1). Dank seines Jeistesblitzes aber rollt Sachsen-Anhalt das Feld nun von hinten uff. Jloobe mich: In paar Joahren fluten die Kakse aus’m Hasiland Deutschlands Unis. Spitzname: „Einsteins Erben“.


Unsern jeistijen Horizont uff deutsches Durchschnitts-Niveau zu schrumpeln, ist schon wejen die Penunse (*2) jaaaanz wichtich. Nach die Statistik ist kloar wie Kloßbrühe, dass die Kluren unter uns zu blöd zum Haushalten sind. Der durchs anspruchsvollste Abi von ganz Deutschland blitzjescheite Sachsen-Anhalter schettert nämlich einfach zu ville Jeld aus (*3). 12,71 Prozent von Hasis Landsleuten sind bis über beede Löffel verschuldet.


Das kann nur uff unser Spitzen-Abi zurückjehen, denn im Rest von Deutschland verquietschen (*4) nichemal  10 Prozent ihre janzen Piepen. Der Rest hat immer nen Ijel inner Tasche (*5). Und da 14,5 Prozent der Machdeburjer mehr Schulden ham als Luft in Ottos Halbkureln ist, ham wir hier besonders ville Jehirnwindungen intus. In Halle aber könn ’se vor Intellijenz jar nicht mehr krauchen – bei die ham sojar 16,3 Prozent wejen ihren Überfluss an Jehirnzellen ooch eenen Überfluss an Schulden.


Andererseits: Wer zu ville Jrips (*6) inner Birne hat, der tut alles besser wissen. Dumm nur, dass  Schlauberjer, Besserwisser und Kluchschieter beim anderen Jeschlecht nicht so beliebt sind. Was wiederum dazu führen tut, dass  Sachsen-Anhalt das Land der Singles ist. In 53,8 Prozent der Machdeburjer Haushalte muckelt eener alleene vor sich hin; in Halle sind das een Prozent wenijer.


Heiraten kommt ehmd immer mehr aus der Mode – nur noch rund 1000 Mal pro Jahr saren Männlein und Weiblein „Ja, ich will“. Halb so ville wie 28 Joahre früher.


Doch zum Jlück tuts in Machdeburch endlich willer eenen jeben, der die Leutchens verkuppeln will: Kay-Amor aus’m Zoo. Im nächsten Joahr kannste nämlich dank unsrem Pater Perret im Africambo-Trauzimmer tierisch jut in Hafen der Ehe rinschippern. Dafor musste dich nichemal bis ibber beede Ooren verschulden. Kost nur 450 Eier. Plus Zoointritt.


Doch das Beste: Jedem Jast kann man das passende Tierchen fürs Hochzeitsfoto inne Hand drücken. Die Auswahl ist jijantisch: Rabenvater, Kröte, Schnapsdrossel, Sauhund, Meckerzieje, Hornochse, Lustmolch, Angsthase, stolzer Gockel, Spinatwachtel, alte Schnepfe, Heu-Schrecke, Dreckschwein, Hasenfuß, doofe Kuh, Trampeltier bis hin zum blöden Affen. Da müsste sich doch für jede Sorte Schwiejermutter was finden lassen.


Machdeburjer Wörterbuch

*1) bräjenklüterisch – Zustand, wenn einem viele Dinge durch den Kopf gehen

*2) Penunse - Geld

*3) ausschettern – sinnlos Geld ausgeben

*4) verquitschen – sinnlos Geld ausgeben

*5) Ijel in der Tasche – geizig/knausrig sein

*6) Jrips haben – Geist haben/schlau sein



11.11.2018

Reine Männersache

Juten Tach Kinnings,


letzte Woche ham Archäoloren anner Virchowstraße eene kleene dicke Putte ausjebuddelt. Mit Heilijenschein ibber die Rübe und Schniedel (*1) unter der Plautze (*2). Für die Experten ist kloar wie Kloßbriehe, dass die Fijur um 1500 in eene Mauerfure rinfriemelt (*3) wurde. Obwohl se das Dingens von allen Seiten beoorenscheinigt (*4) haben, wissen se nicht, was das darstellen soll: Een überjewichtijen Pope, een fresswütijes Teufelchen oder een Engel ohne Flüjel?


Ja hätte es damals schon Verkehrsampeln jejeben, denn hätte ich meinen Schummeldiesel druff verwettet, dass die dicke Putte das erste Ampelmännchen der Welt ist. Warum? Na wejen das Jemächt! Die Machdeburjer Obrichkeit war damals wie heute strikt dajejen, dass uns Weibsbilder den Wech weisen tun. Schon jar nicht als Ampel-Eva.


Desderwejen haben doch Trümpis Trampeltiere letzte Woche alle Machdeburjer Ampelfrauen abjeschraubt und als Sondermüll mit dem Erdaushub vonner neuen Strombrücke nach Holland verfrachtet. Een Weib, das mit zwee Zöppe und kurzen Rock als frivole Ampelfee die Fußjänger in Jange hält – also, das jrenzt ja an Errejung öffentliches Ärjernis. So lange fünf von sechs Beijeordneten Männlein sind, musste dich über sowas keenen Wunderbeitel umhängen. DER Amtsschimmel hat jetze ausklamüsert, dass die Ampelfrau eklatant jejen die „Richtlinie für Lichtsignalanlagen“ verstoßen tut. Die ham se doch anne Klappeije jebufft! (*5)


In Dresden braten sich een Ei druff. In Sachsen sind se ehmd stolz uff ihre hübschen Weibers. In Mainz macht sich ooch keener een Pup ins Hemde, wenn das Mainzelmännchen an jeder Ampel rot sieht und jrün blinkert. Ich hab noch nie jehört, dass die Staatsmacht desderwejen die Bürjermeester in Handschellen abführt. Dabei jäb’s in Machdeburch so schöne Mädels, die – in janzer Pracht - jeden Kerl bejeistern: Editha, Luise, die Jungfrau, Simonchen Borries oder janzenjar die Lümmelette von Stadtrat Hitzeroth.


Mich schwant balle, dass Ottos Frauenfeindlichkeit was mit Waffeln zu tun hat. Na, dass die im Rathaus vielleicht was anner Waffel ham. Oder warum wollen die Sozis im neuen Kräuterviertel am Kümmelsberch ausjerechnet alle Straßen mit männlichen Kräutern benamsen? DER Bärlauchweg, Der Fenchelweg, DER Lorbeerweg, Der Dillweg. Den Linken wäre ja wenigstens noch DAS Majoran injefallen. Ist aber durchjefallen.


Ja warum wohl?


Weil sich ooch unser Stadtlutze die Woche frauentechnisch nicht jerade mit Ruhm bekleckert haben tut. Erst verquatscht der sich beim Volksstimme-Chef, dass er sich um DIE Firma Amazon janzenjar nicht jerissen hat, damit die hier 2200 Jobs schafft. Und eenen Tach später haut er raus, dass er womöchlich doch noch mal als OB antreten tut. Ja warum wohl? Damit uff keenen Fall eene Frau anne Täte kommt. Uns tut als letzte Hoffnung Anjelika bleiben. Die sollte ihren Jötterjatten Lutze übbers Wochenende mal ihr Rhönrad umme Ohren hauen. Vielleicht jibs dann ja schon am Montach paar Trümper-Takte Richtung Trampeltiere. Hat ja sommers mit dem Lärm-Brunnen vom Alex ooch funktioniert ...


Machdeburjer Wörterbuch

*1) Schniedel - Geschlecht

*2) Plautze - Bauch

*3) reinfriemeln – etwas schwerfällig hineinstecken

*4) beoorenscheinijen – in Augenschein nehmen

*5) anne Klappeije jebufft – was am Kopf haben




4.11.2018

Achtung! Dollbräjen vor Ort

Juten Tach Kinnings,


Unser Dollbräjen (*1) hatte diese Woche een Date mit die Bürjers am Moritzplatz. Dardadruff ham die schon lange jejiepert (*2). Kaum hatte es sich unser Lutze uff seine vier Buchstaben bequem jemacht, ham die Leutchens schon losjelecht wie Jraf Dracula bei nach Sonnenunterjang. Die Neustädter tun seit Monaten nämlich keen Oore zukriejen. Und erst der ville Müll uffn Straßen. Der macht die alle irgendwie malade. Nach 40 Minuten Dauerfeuer hatte unser Oberster die Nase sowas von jestrichen voll, dass er noch uffs Podium mit dem Holjer uffn Platz neben sich was Jeniales ausjekaspert hat: „Wir machen bei sie uffn Moritzplatz ne Außenstelle vons Ordnungsamt uff. Spätestens nächstes Frühjahr hocken da paar Politessen rumher und ziehen von da aus umme Häuser. Da hat die fröhliche Nachbarschaft so ville Rejatt (*3) vor, dass sich die Lare janz von alleine beruhijen tut.“


Dafor wird jetze noch Personal jesucht, bevor Amazon ooch den letzten Arbeetslosen infängt. Alle, die Max heißen, können sich uff Lutzes Freiluftjobs am Moritzplatz sofort melden.


Ich find, das is mal willer so ne jeniale Idee Marke Trümper. Der hat’s echt druff und kann immer willer mit einfachen Mitteln die Leute in Drusel (*4) quackeln. Jing schon mal jenial jut. Nämlich als er die Tunnelbaustelle nach der 15. Kostenexplosion jenerös zur Chefsache erklärt hat. Seitdem jibs die OB-Büro-Außenstelle am Bahnhof, damit es jeden Morjen die Lare checken kann.


Macht Sinn, desderwejen ich olle Kodderschnauze Außenstellen an allen Brennpunkten vonne Stadt inklare. Das Ordnungsamt sollte im ältesten Späti vom Hassel vor Ort sin. Das Fundbüro braucht dringend paar Leutchens am Willy-Brandt-Platz, damit sich die herrenlosen Fahrradarmada nicht erst uff 23 Drahtesel ansammeln tut wie jetze. Sitzen die da ständisch, fällt denen doch schon nach zwee Tare uff, wenn eener seine Rostlaube uff zwei Plattfüße still und heimlich entsorjen will.


Damit Machdeburch nicht irjendwann mal willer für Schlachzeilen sorgen tut, weil nicht janz reinrassige Tiere abjemurckst werden, braucht unser Veterinäramt ne Außenstellle im Zoo. Etwa so, wie es die Freiluftfreunde vonner Fraktion Links for Rechts in Machdeburch und vonne CDU am Hopfenplatz schon schön machen. Um Unterschriften für einen freien Platz im künftigen Schrader-Karree zu sammeln, treffen die sich da jetzt jeden Morjen beim Jrünkramfrietze (*5).


Das Landeskriminalamt sollte ooch schonmal erwäjen , ne Außenstelle in Westerhüsen uffzumachen. In diesem Stadtteil wern inzwischen mehr Knarren und Chemiewaffen jehortet als in Kabul.
Das Hochbauamt könnte mit eener Außenstelle uffn Albin-Müller-Turm leicht zwee Machdeburjer Fliejen uff eenmal schlaren. Zum einen ham se von da den besten Überblick über ihre Baustellen und zum andern hat der Schimmel keene Chance mehr im verwaisten Turmcafè. Een zweiter Fluchtweech brauchen die nicht.


Hochbauamtsmitarbeeeter können hoch springen. An juten Taren reicht Amtsleiter Rudi bestimmt dem braven Bürjer eenen von seinen abjestandenen Amtskaffee raus.


Bleibt noch unsere Polente. Die sollte spätestens in zwee Joahren ihre Außenstelle in Sülldorf bezoren ham. Wenn nämlich 2020 wegen abjeloofener Updates die ihre Funkjeräte stumm wie Fische bleiben, denn ist die Nähe zum Fanfarenorchester sozusaren überlebenswichtich. Die übernehmen dann den Blasversand der Polizeimeldungen.

Kodderschnauzes Lexikon
*1) Dollbräjen - Alleskönner
*2) jiepern- gierig auf etwas warten
*3) Rejatt haben - Respekt haben
*4) Jrümkramfritze - Gemüsehändler


28.10.2018

Jeiheimtreffen

Juten Tach Kinnings,


das war ne Woche: Die Steuerinnahmen jehn den Bach runter, in den Schulen jehts zu wie uff dem Bahnhof von Shanghai und die Schweine ham keen Rejatt (*1) mehr vor die Jroßstadt. Und weil sich immer mehr Bäljer (*2) uff eene Schulbank lümmeln, fehlts an Volksbildhauern (*3), Jebäuden und Sportanlaren. Der jroße Lutze und der leise Hasi wissen nicht mehr, wo sie die Rübe steht. Jetzt soll’s een Jeheimtreffen zwischen die Beeden im Halberstädter Dom jejeben ham. Mit 2.500 frisch jebackene Stollen ham se sich im Domkeller injeschlossen, um beim Rosinenpicken die Zukunft zu bekakeln (*4). Kaum war’nse willer raus, ham se ne Pressemitteilung verschickt, dass alles halb so schlimm sein tut. Inhalt: Sachsen-Anhalt muss sich nicht inne Buxen machen, denn das Land schafft sich von alleene ab: Bis 2030 ham wir 230.000 Leutchens wenijer. Wenns in das Tempo weiterjeht, sind wir in 104 Joahren uff Null.


Damit wir in Ruhe ausbluten können, sind beim Stollenmampfen Sofortmaßnahmen ausjekaspert worden:

  1. 1.Die Frühchenstationen inne Jeburtskliniken wern uff Verschleiß jefahren. Jedes Joahr minus 10 Prozent Personal. Im Uniklinikum ist das schon erledigt – werdende Mütter wern in andere Kliniken jescheucht.


  1. 2.Inne Jrundschulen wird zusammenjerückt. Den Leuten verjeht die Lust ans Kinderkriejen von alleene, wenn ihre Jören (*5) in Klassen kommen, wo sich Zweie een Stuhl teiln müssen. In Machdeburch z.B. werden 2023 minimal 300 Kinder mehr injeschult als jetze. Hasi hat Lutze ins Jebet jenommen, keene neuen Schulen zu bauen, damit’s schön kuschlich bleibt. Im Jejenzuch hat Hasi versprochen, nur noch die Lehrer zu ersetzen, die wejen Überlastung dauerhaft injedrusselt oder janz umjefallen sind.


  1. 3.Wohnungsbau wird nur noch jenehmigt, wenn so klitzekleene Zimmerchen entstehen, in die maximal een Bett passt. Und zwar voll und knüppelhart möbliert, damit Lust an Zweisamkeit jar nicht erst uffkommen tut. Der olle Knast anner Halber, der Umbau der Sporthalle inner Coquistraße und die jeplanten Kaschemmen inner Bördebrauerei sind Beispiele der lieblosen Zukunft.


  1. 4.Bei der Polizei, im Jesundheits- und Pflejewesen achten die Minister dardruff, dass nicht mehr Personal beschäftigt wird, wie Sachsen-Anhalt in 104 Joharen brauchen tut. Was Jrummelkopp Bullerjahn weitsichtich anjefangen hat, muss weiterjehn. Jeiz bleibt jeil.


  1. 5.Bei öffentlichen Neubauten muss der Bedarf in 100 Joahren beachtet werden. Jutes Beispiel dafür ist der THW-Neubau am Flugplatz – der kann zwar im Oorenblick  nicht bezoren werden, weil er zu kleen ist, das ändert sich aber. Spätestens in 30 Joahren passt das.


6. Damit die Leute sich uffs Aussterben freuen, sollen se mehr saufen. Aber nicht mit dem Eierlikör aus Altenweddingen, den Ur-Ur-Oma mit literweise Milch und Sahne zum Bollchenwasser jestreckt wurde. Da dreht nix. Die Leute sollen sich anständijen Kumpeltod aus Zielitz oder zumindest Joldbrand von Abtshof hinter die Binde kippen. Das hat schon zu Ostzeiten jeklappt. Hasi will seine Kontakte zur EU nutzen, um alle niedrichprozentijen Familienrezepte zu verbieten. Wer trinkt und lallt ist beschäftigt.


Machdeburjer Wörterbuch

*1) Rejatt - Respekt

*2) Bäljer - Kinder

*3) Volksbildhauer - Lehrer

*4) bekakeln - besprechen

*5) Jören - Kinder



21.10.2018

Jrabenkämpfe

Juten Tach Kinnings,


bei unsren Stadtwerken freun se sich schon wie Bolle, wenn se endlich uff ihren funkelnarelneuen „Blauen Bock“ springen können. Mitten inner Stadt, zwischen Karstadt,  Alex, Flair und L’Osteria ham se in jeder Mittachspause die freie Auswahl für’n Darm. Doch  nur Büros mit Fahrkartenschalter und Andenkenladen im Erdjeschoss – das ist für die Stadtwerker nix. Die wollen ins Erdjeschoss was janz Besonderes, was richtich Jroßes.


Im Trend tut inner Ottostadt jerade mächtich die Kultur liejen. Wenn die Wobau mits Ottoneanum jleich een janzes Museum im EG ihrer Zentrale ufffährt, denn könn sich die Stadtwerker ja nicht mit Kikfax uffhalten. Zumal: SWM-Chef Helmut Herdt hat bei „Olvenstedt probierts“ schon mal live jeschauspielert, Wobau-Jranate Pitti Lackner hat’s bisher nur als blau-weißer Schalträjer uff’n HKS-Rasen jeschafft.

Da muss uns nicht wundern, wenn der Helmuth janz fickrich (*1) uff was sein tut, das mindestens so oll ist wie Editha ihr anjejangener Bleisarch. Letzten Samstach war es endlich soweit: Helmuts Helfer ham beim Rumbaldowern am jrößten Wasserrohrbruch seit Kaisers Zeiten een Säbel aus’m Mollatsch (*2) jezoren. Der war noch rostijer als Volker Kiehns kackender Köter von Westerhüsen. Das krumme Ding tut jetzt uff seinem Schreibtisch liejen und manche munkeln schon, dass es Jraf Pappenheim seiner jewesen sein könnte. Jetzt wird ausbaldowert (*3), ob der Kumpan von Tilly 1631 Tatsache mit das rostije Ding seine Fingernäjel ausjepuhlt (*4) oder sojar sein Abendjesöff umjerührt haben tut. Sollte bei rauskommen, dass der Säbel jar nicht vom Pappenheimer, sondern aus der Sparte Fechten vom USC kommt, denn würde der Helmut janz schön jrummeln (*5). Aber noch jlooben alle an die janz jroße Jeschichte und der Stadtwerker will ihn uff jar keenen Fall nicht rausrücken. Am liebsten würde er das Ding zusammen mit Ritter Rost inner Jlasvitrine im neuen „Blauen Bock“ ausstellen. Denn würde die janze Welt jroße Jlubschen machen (*6).


Die neue Liebe nach alten Sachen hat sich die Woche bis zu Familie Boos rumjesprochen. Die wahrscheinlich jrößte ottonische Schaustellerfamilie seit Erfindung des Säbels hat jenau so een Harzepuppern (*7) wie Helmut bei olle Sachen. Damit die Booses die Ausjrabungsstätten von Pompeji mal von ohm in Oorenschein nehm können, ham die sich een 55 Meter hohes Riesenrad jekooft. Für die erste Fahrt hat sich der Stadtwerkechef schon ne Karte jesichert – jemeinsam mit den Adlerooren vonne Jebrüder Boos soll nach ollen Sachen für’n „Blauen Bock“ Ausschau jehalten werden. Wer weeß, was da noch inne Vitrinen rutscht.


Blöde nur, dass beim Neubau von’s THW am Flugplatz nix im Bördeacker jefunden wurde. Dabei hätten die das so jut jebrauchen können. Zum Beispiel für ne vernünftije Küche. Bisher jibs da nur ne Kaffeeecke, wo doch die Technik-Freaks o jerne selbst brutzeln. THW-Orts-Oberkellner Falk würde für die Kumpels unbedingt een anständijes Bötel uffn Herd haun und zum Nachtisch ne halbe Tonne Machdeburjer Appelhappen (*8) durch’n Fetttopp schwenken.  Jeht aber nicht, weil die knausrije Bundesanstalt für Vermöjen keen Vermöjen mehr inner Schatulle haben tut. Und nun? Wejen des drohenden Hungertods bleibt das THW in der Encke-Klabache. Hunger kann echt wütend machen.


Machdeburjer Wörterbuch

*1) fickrich – aufgeregt/nervös

*2) Mollatsch – Modder

*3) ausbaldowert - herausfinden/nachforschen

*4) auspuhlen – auskratzen

*5) jrummeln - schlechte Laune haben

*6) Jlubschen machen – Augen machen

*7) Harzepuppern – Herzklopfen

*8) Machdeburjer Appelhappen – traditionelle Magdeburger Süßspeise



14.10.2018

Jlücksjefühle ins Hasiland

Juten Tach Kinnings,


Sachsen-Anhalt ist jlücklicher denn je. Hat die Deutsche Post ausbaldowert. In ihrem Ufftrach wird jedes Jahr der „Deutschland-Jlücksatlas“ zusammenjefriemelt. Und zum ersten Mal ist Sachsen-Anhalt nicht uff’n unjlücklichen letzten Platz jelandet! Wir sind Vorletzter!!!! Vor lauter Jlück hat unser Ministerpräsident inner Staatskanzlei die Korken knallen lassen. Die war’n da nach sechs Schampus intus so was von Happy.


Die unjewohnten Jlücksjefühle färben ooch janz schnell ab. Iberall ins Hasiland loofen die Leutchens uff eenmal nicht mehr mit ner Labbe rumher, sondern mit nem Jrienefitz bis anne Nasenspitze. Jens Strackeljahn zum Bleistift, unser Uni-Rektor, kam die janze Woche aus’m Strahlen nicht mehr raus. Mit Frack und Flieje durfte er sich eenen der bedeutendsten Preise von Sachsen-Anhalt abholen – den von Ottostadt und Arbeitjeberverband jestifteten „Preis für Hervorragende Verdienste bei der Entwicklung der Gründerstadt Magdeburg“. Dotiert mit dem Mords-Preisjeld von 1.000 Euronis. Der Strackeljahn hatte echt zu tun, die janze Penunse vom Festakt innen Uni-Tresorkeller zu asten. Durchjeschwitzt bis uffs Unterhemde hat er jleich verkündigt, das das fette Preisjeld als Stipendium jestiftet wird. Ich musste erst ibberlejen, ob er jetze die Preisstifter oder den Studenten verkackeiern will...


Mit dem Zaster kann die arme Sau maximal fünf Monate die Miete für seine 35 Quadratmeter klitzekleene WG-Bude bezahlen. Ja, wenigstens die Schnapper-Mieten machen Studenten jlücklich. Nirjends woanders kannste so jünstich rumschnarchen als bei Otto. Jar keen Verjleich zu Leipzig, wo se den armen Studenten-Schluckern 240 Euros für 35 Quadratmeter abnehmen, oder jar Köln mit 420, oder erst München mit 600.


Das wiederum macht Dieselfahrer in Stadt und Land jlücklich. Je mehr Studenten sich hier rumhertreiben und wejen leerer Taschen libber mit die Drahtzicke durch die Jegend karriolen als mit Diesel-SUV, desto sauberer die Luft. So lange die Preisjelder so mickrich sind, können sich Studenten keene Autos leisten; desderwejen drohen keene Fahrverbote wie in Berlin. Wenn das so bleiben tut, denn müssten wir als Diesel-Stadt nächstes Jahr im Post-Jlücksatlas eijentlich janz weit vorne uffkreuzen.


Da kannste von Jlück saren, dass du Sachsen-Anhalter sein tust. Hier beschützt dich unser besorgter Verkehrsminister als Autofahrer und alle unsere niedlichen Wildschweine vor jroßen Jefahren. Bisher kracht es jedes Jahr 14.000 Mal zwischen wilder Sau uff vier Rädern und schnellem Rehkitz uff vier Pfoten. Doch jetzt, wo das Pfeifen im Walde in Sachsen-Anhalt een Zuhause hat, wird’s jarantiert besser. Mit den neuen pfeifenden und blitzenden Wildwarnern traut sich keen Schwein mehr uffe Straße und der freie Bürjer kann im Affenzahn durch das Dickicht dieseln.


Außer unsre dauerjlücklichen Polizisten. Die fahren immer penibel nach Vorschrift und kommen neuerdingens stets mit nem fröhlichen Liedchen uffe Lippen umme Ecke. Das lernen die schon uff ihre Aschersleber Polizeischule. Schlechte Laune jibs da nie – und wenn doch, denn hat jarantiert eener nen Joint im Spind.

Der nicht ganz ernst gemeinte Wochenrückblick aus der Ottostadt Magdeburg erscheint (fast) jeden Sonntag im Magdeburger General-Anzeiger. Nachfolgend die aktuellen Veröffentlichungen.

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