Magdeburger Kodderschnauze

 
 

24.2.2019

Mach‘s jut Jeneral

Juten Tach Kinnings,


Du, ja jenau Du mit die Zeitung vor die Näse, Du musst heute janz stark sin. Denn was Du jetze lesen tust und damit Deine Ooren (*1) streichelst, wird das Letzte sin, was Du zu lesen kriejen tust. Jedenfalls von miche. Tatsache: Die Kodderschnauze nimmt Abschied aus’m „Jeneralanzeijer“. Ja, ja ich weeß – Du jrabbelst (*2) jetze uffjewühlt in Deine Tasche rumher, in die Hoffnung, das sich da noch ne halbwejens vorzeichbare Jesichtswindel (*3) findet. Musst nicht weenen, een richtijer Machdeburjer tut trotzdem sein Herze uffe Zunge traren und bleibt im Herze immer Blubberkopp (*4), Meckeropp (*5) oder Piesepampel (*6), janz ejal ob’s inner Zeitung steht oder nicht.


Ville schlimmer als Dich triffst sowieslo die Stadträte, die Beijeordneten und besonders unsern Dollbräjen (*7) Lutze.  Wer sagt denen denn nu jeden Sonntach die Wacht an (*8), wenn mal willer Quatsch mit Soße ausm Rathaus kommen tut? Nehmen wir nur mal’s Beatchen von Wübbenhorst. 20 Joahre war die bei die Sozis, jede Woche stramm bei die Fraktions-Quasselrunde dabei und eenmal im Monat im Stadtrat anner Täte (*9). Keene Ausschusssitzung hat se ausfallen lassen und sich in Nord vonne Bürjers vollpflaumen lassen. Im Ortsverein hat sie stets jalant die Kaffeepads rinjefriemelt (*10). Und nur, weil se für ihre Jenossen nicht mehr die Nr. 1 uff die nächste Wahlliste war, hat se hinjeschmissen.


Wer tut die jetze mit seine Kodderschnauze saren: Ey Beatchen, nu hör mal uff zu bocken! Wenn se wenigstens wie der Lutze vor drei Joahren nur mal so aus Dudeldei für paar Monate ausjetreten wär. Aber nee, Beatchen ist jleich nächsten Tach bei die CDU unter die Bettdecke. Jilt das eijentlich schon als Unzucht? Oder noch als züchtig, weil da der Stern besser steht? Wenn se sich da man nicht jut durchjeschwenket ins Boxhorn jaren lässt. Aber nun jibs keen Zurück mehr. Höchstens als Lachnummer, wie Reinhard Stern schon die Huddelei (*11) inner Diesdorfer Schwimmhalle nennt. Hat der wahrscheinlich ooch hier jelesen, dass die Experten da schon seit Joahren in Knatter sin (*12) müssen.


Wer schreibt die das jetzt hinter die Lauscher? Krauchen die jetze sonntachs in aller Frühe weiter janz kribbelich zum Briefkasten, um sich die Zeitung aus’m Kasten zu puhlen? Wahrscheinlich sind sie ja ooch bisschen froh. Macht sich keener mehr lustich über sie. Z.B. über die Bioabfallvergärungsfabrik uffe Hängelsberje. Ausjerechnet vor Wigberts Jourmet-Näschen? Also mich Piesepampel (*13) würde da was Jallijes infallen, wo doch schon halb Otterslehm den Jeruch uffer Zunge schmeckt: Diese ranzije Moschus-Mischung aus Pferdemist von Kassners, Mollatsch aus’m Teich und Hundekacke vom Eichplatz. Also ich finde, da järt sich was zusammen. Entweder stecken sich die Otterslehmer ne Klammer uff ihre jroßen Zinken oder ne Schlope in jedes Nasenloch.


Mein lieber Wigbert: Das Prinzip der Bioabfallvergärung musste nun woll ohne meine kleenen Flapsereien uff Machdeburjisch auseinander klamüsern. Nach paar hundert nicht janz ernst jemeinten Wochenrückblicken seit 2013 ist das der letzte in mein jeliebten „Jeneral“. Aber Rübe hoch; kannst die Kodderschnauze ja ooch googeln.

Jute Nacht, Kinnings.


Kodderschnauzes Wörterbuch

*1) Ooren – Augen

*2) jrabbeln – suchen

*3) Jesichtswindel – Taschentuch

*4) Blubberkopp – Nörgler

*5) Meckerkopp – Kritiker

*6) Piesepampel – unausstehlicher Mensch

*7) Dollbräjen – Alleskönner, Genie, Chef

*8) die Wacht ansaren – Wahrheit sagen

*9) anner Täte sein – das Sagen haben

*10) rinfriemeln – einfüllen

*11) Huddelei – Ärger

*12) in Knatter sein – betrunken sein

*13) Piesepampel – jemand, der ständig an etwas herumnörgelt




17.2.2019

Jeldschwemme inne Chefetagen

Juten Tach Kinnings,



Irgendwas tut im Hasiland janzenjar nicht stimmen! Die Fach- und Führungskräfte in Sachsen-Anhalt ham letztes Jahr so ville Penunse obendruff jehaun jekriegt wie in keen andres Bundesland. Nicht mal in Bayern oder Hamburch ham die Chefs so kräftich anner Lohnpulle jenuckelt wie hier. So stehts im „Jehaltsatlas 2019“ schwart uff weiß. Desderwejen können unsre Ärzte, Finanzexperten, Chemie-Jenies und Handwerksmeester aber trotzdem keen Chalet inne Alpen oder ne  20-Meter-Yacht im Hafen von Monaco  koofen. Unterm Strich und im Verjleich zum Schland-Schnitt ham se immer noch 10.000 wenijer ins Joahr. Brutto.


Aber es ist een Anfang für die jroße Uffholjachd. Ich jönne die das. Der Willingmann tuts ooch. Aber eher aus Angst, dass er balle der eenzije Professor ins Land sein könnte. Jetze aber, wo die Schlauen die Fennje zum Monatsende nicht mehr mit leerem Maren umdrehen müssen, jehts voran bei uns. Ich verwette meine letzte Packung Hallorenkureln, dass sich nun sojar wecke aus Neufünfland fürn Uni-Rektor-Posten interessieren tut. Bisher war das ja eher een Hungerjob und nur für Wessis mit Hang zur Nächstenliebe jeeichnet.


In Erwartung der jroßen Jeldschwemme inne Chefetagen brauen sich immer mehr arme Schlucker in Keller und kleenen Dörfern was zusammen. Balle wie im Mittelalter schießen in jedem Neste  klitzekleene Brauereien wie Pilze aus’m Hefeboden. Ob in Sudenburch oder Buckau, Frohse oder Lindhorst, Hundisburg oder Unseburg - unter das Motto „Jesoffen wird immer“ - erst recht von die Reichen, ist uff einmal Hopfen und Malz nichemehr verloren.


Da ist unsrem Landesvater so warm ums Herze jeworden, dass er seine Lobeshymnen nicht mehr so kleenlaut wie gewohnt von sich jejeben haben tut, sondern so lautstark wie Earthman beim Club. Blöd nur, dass er uff die villen Neujahrsempfänge und Kohlejipfel-Sitzungen die Stimme nicht ordentlich mit Bier von hier jeölt hat. Und nun hat er den Hopfen-Salat - Keen Pieps konnte der mehr saren. Inner Endphase war Hasis Stimmbandreizung nicht mal mehr mit Böllberger-Bock oder „Lemsdorfer Lümmelbräu“ beizukommen. Also jings ab ins Krankenhaus, wo  se ihm unter Vollnarkose die Stimmbänder abjeraspelt ham. Ich bin ja froh, dass er nüscht am Herze hatte…

Jetzt ist alles willer tut und er kann unser schönes Land volle Kanne übern jrünen Altmark-Klee loben.


Dieses Jahr ist das Bauhaus angesagt. Luther war 2018 ne einzige Enttäuschung; keen einziger Ami hat für ne ne Tour zu Thesen-Theo ooch nur ein Puperatze ausjeschettert. Für Thommi Einsfelder, was der nun anjemessen bezahlte IMG-Landeschef sein tut, ist das janz, janz traurich. Aber seinereiner hat immer ne knuffije Idee uff Larer.


Thommi kommt mit’s Bauhaus umme Ecke und ist felsenfest dardavon überzeugt, dass das Dessauer Bauhaus zu Hasis neuer Touristen-Ikone wie Neuschwanstein für Bayern wird. Und Thommi ist een Genie! Der hat für die nächsten Jahre noch ganz ville Hotspots uff Larer -  also für den Fall, dass der Ami das Bauhaus mit dem Baumarkt verwechselt und statt nach Dessau ins Jewerbejebiet vor seine Stadt düst. Denn will Thommi mit dem Geiseltalsee kommen - der ist für Sachsen-Anhalt unjefähr ne Touri-Ikone wie der Gardasee für Südtirol. Oder die Colbitzer Heide. Was ist gegen die schon der brasilianische Urwald? Der Brocken steckt die Alpen eh inne Tasche und schottischer Whisky ist gegen Schierker Feuerstein  nur dinne Plürre.


Ich sare Dich: Hasi braucht seine Stimmbänder voll funktionsfähig zurück. So schnell so Raspelbänder willer jlatt verheilen können. Wenn erst das Briefporto uff 90 Cent jestiejen ist, fällt die Post als Botschafter unserer Hotspots doch voll ins Wasser.



10.2.2019

Harzepuppern vor Puhles Pannen-Pool

Juten Tach Kinnings,


„Herzlich willkommen in Sachsen-Anhalt“ bekommt seit dieser Woche ne janz neue Bedeutung. Wir tun nämlich das Kernland vom Herzschmerze sein. Nee, nee, nicht weil Rosamunde Pilcher (Jott sei ihr seelisch) bei uns ihre Schnulzen (*1) uffjeschnappt hat. Nee, weil in keen andres Bundesland die Leute mehr Herzeschmerze ham als bei uns. Mit herzzereißenden Foljen, denn von 100.000 Seelen jehn 295 dran krachen. Also wejen das Herze. In Hamburch sind’s nur 184 uff 100.000. Vor lauter Herzdrücken versuchen nun Politiker und Mediziner die Jründe für das massenhafte Herzversaren auszubaldowern (*2). Nicht, dass die noch eener Herzlosischkeit vorwerfen tut.


Ich hab mich mal mein Herz in beede Pfoten jenommen und mich bei die Ursachensuche uff die Socken jemacht. Und ich kann dich saren: Zumindest für Machdeburch ist alles kloar wie Kloßbriehe! Da ist ja keen Wunder, dass die Leute an Harzepuppern (*3) zujrunde jehn, wenn schon keen Verlass mehr uff stinknormale Schwimmhallen-Öffnungszeiten ist. Wenn du alle drei Tare mit Badekappe und Schwimmbeutel vor die Diesdorfer Halle stehen tust und jedesmal ist da dichte, kriejen doch die eenen vor lauter Wut Herzrasen, und bei die andren wird’s Herze immer schwächer, weil se ja nun nicht mehr ins Schwimmen kommen. Jeder ist pappesatt (*4) wie Opa Pudding (*5). Mal troppt’s vonne Decke, mal stinkt’s wie Hupatz und mal sind die Ventile verstoppt wie Montagfrüh das Schleinufer. Mache nenn das Diesdorf-Desaster schon Puhles-Pannen-Pool. Denn seit se 2011 für acht Mille da rumjepopelt ham, ist da so jut wie jede Woche der Wasserwurm drin. Der Chef vonner Sanierungsfirma ist vor lauter Herzschmerz schon lange pleite. Und wenn das so weiter jeht, erreichen die Reparaturkosten Tunnel-Niveau.


Herzetechnisch wird’s nicht besser hier. Wo doch nichemal mehr das neue Herzzentrum anner Uniklinik fertich werden tut. Ja, es wird jar nicht erst anjefangen. Für die neue Notuffnahme anner Leipzijer ham se wejen Herzdrücken janzenjar die Notbremse jezoren. Nachdem schon für eene Mille alles fix und fertich jeplant jewesen war, kam aus Berlin ne neue Vorjabe: Ab sofort nur noch Notfallzentren. Was für ne Überraschung! Sachsen-Anhalt hat davon natürlich nix jewusst und schmeisst nu die janzen Planungsakten in Lokus. Da ist doch keen Wunder, dass jeden Tach 94 Sachsen-Anhalter den Löffel abjeben. Und nur 49 jeborn wern. Kannste ausrechnen, wann im Hasiland nur noch Hasen rumhoppeln: In 131 Joahren, also 2150 isses so weit. Es sei denne, es jeschieht een Wunder.


Das Wunder hätte ich am ehesten von die Karnickelzüchter erwartet. Die wissen durch die Beobachtung ihrer dauerkopulierenden Tierchen am ehesten, wie’s jeht. Doch bei die ist das weiche Herz unjefähr so weit verbreitet wie das Kinderkriejen ab 60. Uff die ihre Bundes-Rammlerschau letztes Wochenende in Halle jabs ne bärenmäßije Rammelei mit Schläje, Bluterjuss und blaues Oore. Seitdem ist Karnickelzüchten ooch keen jesundes Hobby mehr.


Keen Wunder, dass die kernjesunden Franzosen vor lauter Schiss vor’m letzten Herzkloppen fluchtartich die Bieje machen (*6) – wie Michel Rozè vom Harrnkruch-Hotel. Balle 20 Joahre hat der’s hier ausjehalten. Een Herzzerreißender Abschied. Ich werde ihm schon balle foljen. Müssen.


Kodderschnauzes Wörterbuch

*1) Schnulze – übertrieben erzählte Liebesgeschichte

*2) ausbaldowern – herausfinden/Ursachensuche

*3) Harzepuppern – Herzklopfen

*4) pappesatt – stocksauer, sehr enttäuscht

*5) Opa Pudding – Spitzname von Schwimmlehrer Wolfgang Rudolf

*6) die Bieje machen - verschwinden



3.2.2019

Sonnenland  mit Bindestrich

Juten Tach Kinnings,


Donnerstach jabs bei der MMKT keen Halten mehr. Die janze Belegschaft um Sandra Yvonne legte eenen Freudentanz uffs Parkett als wär der Plättbolzen uff die Unesco-Liste fürs Weltkulturerbe jerutscht. Am Ende warn alle heiß wie die Sonne. Apropos Sonne: Seit Januar musste keenem mehr umständlich erklärn, dass die Ottostadt weder nach nem Versandhaus benannt ist noch in Ostfriesland liejen tut. Alle Welt weeß ja nun, dass Machdeburch als Epizentrum des Bindestrichlands Deutschlands Sonneninsel ist. Nirjends blinzelt der Sonnenschein so ofte durch die Wolken wie bei uns: 55 Stunden im Januar! Sachsen hat nicht mal 45 – das sind Welten. Und erst Baden-Württemberg. 40 Stunden. Na, wo liegt jetzt Dunkeldeutschland?


Sandra-Yvonne hat mit ihrem sonnijen Jemüt uffe Stelle erkannt, dass Sachsen-Anhalt als Sonnenland ne janz heiße Nummer ist.  Keene Frare – die Woche bot dafür noch paar Arjumente. So jleißend helle, dass man sich die Ooren verblitzen tut. Welch andres Land kann so zaubern wie Sachsen-Anhalt? Hier wird aus 1 Euro binnen paar Taren 12,60 Euro! Amtlich – für jeden Euro, den Hasis steinreiches Land Unternehmern an Fördermittel jeben tut, legen die 12,60 Euro druff. Und da sind Mifa, Deutsches Milchkontor und Schierke-Arena schon rausjerechnet. Ja, wenn nun ooch der letzte Strandkorbverleiher schnallt, dass an Barleber und Rappbode öfter die Sonne scheint als uff Sylt, danzt janz NRW in die Sommerferien hier an.


Und erst recht die Sizialianer. Mann, für die muss doch Sachsen-Anhalt so verführerisch sein wie Sophia Loren für Urjroßvater. Wer bei uns mehr als 5 Übernachtungen mit Frühstück bucht, kriegt nen Kleinen Waffenschein dazu. Lief bisher prächtig – in eenem Jahr een Plus von 11,7 Prozent.


Die Tourismusbranche entfacht für unsere Jäste ooch jern feurije Events. Letzte Woche jabs für ne Reisejruppe aus Feuerland ne Flammenhow in der Kleinjartensparte am Fermersleber Weg. Sechs Lauben uff eenmal – so schön schnell frisst sich der rote Hahn nicht mal durchs australische Jrasland. Ooch für die schwedischen Jäste lejen wir uns ins Zeug. Zur Stunde wird ne Anti-Jeschmacks-Tour quer durchs Land vorbereitet – jemeinsam mit nem Möbelhaus suchen Touristenmanager die hässlichste Küche Sachsen-Anhalts. Wer mit seinem fettich-verpäcksten Albtraum das Rennen macht, tut ne neue Küche kriejen. Eene, in die man ne Bohne uffs Brett nareln und das Kaffeewasser drüber loofen lassen kann. Unterdessen erschrecken die schon erwähnten Sizilianer mit ihren Schreckschussknarren die Leute.


Ohne Angst vor Strafverfoljung. Wird von Anne-Marie jarantiert. Bei der Polente fehlen paar hundert Männeckens und unsere Justiz pfeift sowieso aus’m letzten Loch. „Erschreckend“ findet das Justizministerin Keding. Wird ooch nicht besser – in zwölf Jahren jibs nichemal mehr die Hälfte der Richter von heute. Ich jloobe, die einzijen Firmen, die noch volle Kanne besetzt sind, heißen Landtach und Finanzamt.

Für sonnenhungrije Janoven und Spitzbuben muss unser kuschlich-warmes Sachsen-Anhalt wie das Paradies uff Erden wirken.


Janz anders jilt das für Leutchens, die in unsrer Landeshaupt-Metropole een Hochhaus bauen wollen oder sojar eenen Umzuch erwäjen. Schau mal: Die Woche hockte unser Oberbürjermeester Lutz nicht nur bei „Hart aber fair“ rum, er hat vor versammelter Mannschaft injestanden, dass in der Bauverwaltung 40 Leutchens fehlen. Desderwejen müsse man für die Erarbeitung einer Hochhauskonzeption unjefähr so ville Zeit inplanen wie für den Tunnelbau am Bahnhof. Also in etwa so lange wie een Kaks vom ABC-Schützen bis zum Abi braucht. Neuerdings tendiert Sachsen-Anhalt ohnehin zur Hausbeschulung. Und ziehste erst uffs Land, solltest du den dicken Brockhaus für Hausrezepte mitnehmen – Landärzte sind da unjefähr so selten wie Hochhäuser.



27.1.2019

Alles Jottes Jeschöpfe 

Juten Tach Kinnings,


unser Landeshasi hat keen Bock mehr! Seit es auf seiner Wiese mehr Waschbären als Waschmaschinen jibt, tut er schweijen. Zumindest uff Facebook. Im jrößten Tratschklub der Welt jibt er seit letzte Woche keenen Pieps mehr von sich. Anjeblich iss ihmchen dass zu ville Uffwand für die mickrijen 11.000 Hanseln, die ihm da wie die Lemmije jahrin, jahraus jefolcht warn. Und zwar uff Schritt und Tritt! Ville von die ham zurückjepiepst. Das jing dem schweigsamen Hasi so uff die Löffel, dass er schwuppsdiewupps den Kanal voll hatte. Also stilljelegt haben tut. Und nun ist mucksmäuschenstill im Hasenbau. Ich bin schon janz besorcht und frare mir: Was wird nur jetzt aus unsrem Land? Wann wissen wir, das Schlafenszeit ist? Jetze, wo der Hasi nicht mehr postet, dass er dem Fuchs jute Nacht jesagt hat? Wern wir Frühuffsteher balle een Völkchen der Nicht-mehr-ins-Bett-Jeher?


Damit hat der schweigsamste kleene Angsthase  der Weltjeschichte dem Willingmann janz schön was injebrockt. Unser Wissenschaftsminister muss jetzt selber zusehen, wie er ooch die letzte Dorfjacke aus dem kleensten Nest die neue Chance uff een Leben als Jott in Weiß verklickern tut. Hasis Infokanal ist ja tot und der Willingmann selbst hat nicht mal Facebook. Dabei hat die jewöhnliche Landpomeranze jute Karten uff een Medizinstudium.


Denn fünf Prozent der Plätze im Hörsaal sind reserviert für wecke, die dardanach mindestens zehn Joahre Dörfer verarzten wollen. Aber die müssen ooch wissen, dass es Strafen jibt, wenn nicht. Also, wer davon hinterher nix mehr wissen will, wird entweder im Wolfsrevier am Salbker ausjesetzt oder jleich erschossen. Wahrscheinlich denn schon mit eene von die 8600 neuen „Glock 46“. Jeht einfach fixer als mit die ollen Knarren. Die waren mit die Jahre ooch schon leicht anjesäuert, was man allerdings schon beim Koof hätte wissen können. Hießen ja „Sig Sauer“.


Für die technische Umsetzung der Weißkittel-Rejulierung hat der schweigsame Hasi noch in seiner Zeit als Facebook-Freak jesorcht. Noch letzte Woche hat der mal ehmd 8,6 Millionen für die neuen Ösi-Revolver locker jemacht. Jetzt müssen sich die Jauner umstellen: Bisher wussten sie, dass beim Börde-Schimanski nach dem 8. Schuss Schluss war. Nu passen 15 Kureln ins Magazin. 15 ohne Nachlader – da hatte der Hasi doch widder ne jute Nase: Eenen Tach nach die Uffrüstung kam raus, dass sich der Waschbär zur Armee formiert. Alleene in Sachsen-Anhalt jibs an die 150.000 von die. 18 mal mehr als Polizisten. Wenn also jeder sein Magazin leerballert und jedes Mal trifft – denn wären die Waschbären erledigt.


Bleiben noch der Wölfe, die den Futtertrören am Hasibau immer näher kommen. Vom Salbker bis zur Hegelstraße sinds vielleicht noch 4.700 Meter. Bei Vollmond keen Ding. Ein Jlück, dass Machdeburch mit Uhle-Wettler eenen uffmerksamen Dompredijer haben tut. Der hat nix dajejen, wenn unser Dom des Nächstens tachhell anjestrahlt wird. Das sieht nicht nur schick aus, das blendet ooch jeden Wolf, der sich der Hejelstraße bis uff 1000 Meter nähern tut. Sein  Vorjänger war da janz anders jestrickt: Der war Naturschützer und hatte immer das Wohl der Mikroben im Oore. Desderwejen hat der liebe Jiselher jahrelang die Jalousien runterkrachen lassen, wenn eener mit nem 1000-Watt-Strahler umme Ecke kam. „Meine Mikroben, meine Mikroben“, hat der immer jejammert: „Mikroben sind ooch Jottes Jeschöpfe!“ Alle Wett(l)er; Zeiten ändern sich; der Predijer von heute lässt libber Milliarden überbelichteter Mikroben vonne Domfassade rieseln als das sich der Wolf seine Schäfchen holt. Das ist Nächstenliebe.




20.1.2019

Dollbräjen mit nem Ding aus‘m Dollhaus 

Juten Tach Kinnings,


loro, dass der Machdeburjer von vor 150 Joahre nicht ahnen konnte, was für’n oberjeilen Oberbürjermeester sich den seine Ur-Ur-Ur-Enkel jönnen würden. Aber eenen Namen ham die schon für  Super-Lutze erfunden: Dollbräjen (*1). Kaum eener kennt heute noch diesen Alt-Machdeburjer Bejriff. Dollbräjen sind Männer mit Jold inne Birne. Typen, die nich jammern, nicht vom Pech verfolcht, sondern vom Jlück jepudert sind. Wecke, die nen Schatten wien Möbelwaren und een Kreuze wien Handfejer haben tun. Männer, die Traute (*2) ham, keen Frosch sind und deshalb ooch nicht davon huppen. Ehmd Duselmeier (*3), die sich uff eens immer verlassen können – uff ihr Mordsjlück!

Ich sare dich: Die janz Ollen hatten schon ins Urin, wer da ab 2001 die Ahnenreihe der jrößten Stadtväter aller Zeiten fortsetzt: Juericke, Hasselbach, Beims, Trümper!


Jawoll, letzte Woche hatte unser Jenius willer ne Idee, wie sie nur een Dollbräjen haben kann. Macht sich einfach bei, ohne lange zu fackeln. Wie Putin, nur ohne Brust frei, nimmt unser Oberstmeester selbst inne Hand, wo andere zu kleene Hände ham und bißchen schwer bejreifen. Schon länger hatte sich unser Lutze nen Schlach an Hals jeärjert, weil immer öfters die Machdeburjer wie bestellt und nicht abjeholt anne Haltestellen rumhingen. Die Warterei uffe Bahn war ja schon jang un jäbe. Straßenbahnen kamen uff Schienen seltener umme Ecke wie Polizisten uff zwee Beene. Da sich halb Machdeburch Quesen an die Beene (*4) lief, jingen dem Schuhhandel schon die Sohlen aus. Der Wadenkrampf war kurz davor, zur Volkskrankheit zu wern. Da hatte Lutze seine Einjebung: Er bimmelte die jerendelte Birjit aus’m Tiefschlaf und ließ sich ne Bahn vors Rathaus kutschieren. Drinnen belatscherte er Fahrlehrer Steven Rausch so lange, bis der ihn inne Kanzel ließ. Da jriente er wie ne Saatbolle und machte uffe Stelle den Bimmel-ohne Bammel-Führerschein.


Ab nu könnte er morjens uffn Wech von sein Zuhause ins Rathaus die Olvenstedter Bürjer bis zum Ollen Marcht mitnehm. Wenn willer die Hälfte der 290 Straßenbahnfahrer vor Schwäche ummefallen sind, jreift Trümpis Rettungsplan: Seine Bahn übernimmt denn ab Ollen Marcht Pro M-Jeschäftsführer Jeorch. Der fährt bis nach Sudenburch, wo er bei „Kaufland“ anner Endstelle die Zutaten für seine Kochshow insackt. Von da an ibernimmt Micha Hoffmann die Bimmel und kutschiert seine Ideen zur Wiederbelebung der Einkaufsmeile Halberstädter zum Moritzplatz. Von da juckelt Hubert Salzborn weiter - die Bahn voll bis unters Jepäckfach mit Balkan-Touristen. Richtung Barleber See. Dort übernimmt Jarten-Zander. Als Seeretter, Blaualjen-Mahner und Vorsitzender der jrößten Jartenpartei nördlich vom Bebeldamm überjibt der die Trümper-Tram im Harrnkruch an Oli Müller und Dennis Jannack vonne Linksjewickelten. Die stoppen bis Westerhüsen an jeder Fußjängerampel, um illejale Ampelfrauen anzumachen.


Ermuntert von der Welle der neuen Fahrbereitschaft schnappt die injeschnappte Birjit willer aus und schickt eenen Brief an alle Firmen, die Straßenbahnen als quer liejende Litfaßsäulen nutzen: „Ab sofort könn Sie ihre Bimmelkutschen mit eijenem Personal durch die Stadt bewejen.“ Röstfein übernimmt die „2“ ab Alte Neustadt, IKEA die „1“, das Allee-Center die „4“, Clubspieler die „15“, die MWG die „9“ und den Rest die Wobau. Fahrlehrer Steven Rausch hat sich über Jahre uff Überstunden injestellt.

Ich kann mich nicht besinnen (*5), dass es sowas je jejeben hat.


Kodderschnauzes Wörterbuch

*1) Dollbräjen – großartiger Mensch mit Tatendrang und tollen Ideen

*2) keine Traute ham – kein Mut haben

*3) Duselmeier – Glück haben

*4) Quesen an die Beene loofen – Blasen an den Füßen laufen

*5) besinnen - erinnern



13.1.2019

Voll in Knatter 

Juten Tach Kinnings,


kaum ist das Lutherjoahr Jeschichte, schon lassen selbst Zuchführer die Lutherstadt links liejen. Rauschen im Vollrausch durch. Volle Pulle, dass den Leutchens am Bahnsteich  der Hut wechfliejen tut. Volle Züje, volle Zuchführer.  Een Joldbrand nach dem anderen hat sich der jute Mann seit Abfahrt Hamburch rinjeträufelt. Die fröhlichen Jesänge sollen immer lauter jeworden sein. Een Jlück, dass der Suffkopp bei jedem Stopp ruppijer uffe Bremse trat. So hat der Schaffner jeschnallt, dass diesmal mit 3/8 uffn Kessel was andres jemeint sein könnte. Uff das Erscheinen von Schlangenlinien kannst ja warten, bis Pichel-Paule willer stockenüchtern ist. Mit 2,5 Promille ham se  ihn voll in Knatter in Bitterfeld-Wolfen aus die Führerkabine jezoren. Uff alle Viere soll er in Krankenwaren jekrabbelt sin. 


Nicht der einzije Lokführer, der die Woche krabbeln musste. Ooch die Brockenbahn hat es nicht bis janz uffs Plateau jeschafft. Kurz vorher ist sie inne Schneewehe rinjekachelt. Obwohl die Jungs janz vorne weder jetankt noch jekifft hatten, wurde es um sie rum plötzlich stockeweiß. Die ham vielleicht dumm aus dem Schneeberch jeguckt. Ehe die die Flocke machen konnten, musste halb Schierke mit die Schippe anricken.


Apropos ricken: Die Woche wurden in unseren Parteien ziemlich ville Stühle jerückt. Beinahe wie inner Brockenbahn - rette sich, wer kann. Die Sozis heulen ihrem Landesvorsitzenden nach, der demnächst libber als Notar Lischka jewinnen will, statt als Luschka noch ne Wahl zu verliern. Ooch die Linken jeht mit Andreas Höppner der Landeschef flöten. Für das Bürjermeesteramt in seim altmärkischen Dorf lässt er das jroße Janze links liejen. Warum ooch nicht – lieber als Höppi kleen und jemütlich als hopp hopp jroß und hektisch.


Jenau das saren sich immer mehr junge Leute: Kaum noch wecke wollen Stress uff Arbeet. Als Lehrer, Landarzt, Pflejer, Polizist oder Maurer will kaum noch eener rumherkarriolen. Die ham andre Vorstellungen vons Morjen. Der Bengel von meim Nachbarn z.B. will unbedingt sommers Skilehrer und winters Bademeester machen. Sein Bruder plant Lehrer in Nachtschicht, Bäcker in Spätschicht und früh’s Koch inner Jaststätte am Barleber See. Da ham se letzte Woche die komplett neue Küche wechjeguckt. 20.000 Jlocken durch die Hinterdüre raus. Mich tut die Wirtin echt leid. Im Supersommer war bei die Totentanz uffe Terrasse – wejen die blöde Blaualjen kam keene Sau.


Janz anders inner Stadt. Im Oktober wurde Machdeburch vonne Touris jeradezu überrannt. 17,4 Prozent mehr Männeckens ham sich in die Betten unsere Herberjen jeräkelt. Warum, tu ich mich fraren? Wejen das Oktoberfest vom Uli? Wejen das Rathausfest vom Lutze? Wejen der Herbstmesse vom Karli? Oder doch wejen dem joldenen Oktober vom Petrus? Ich tippe mal uff tausende Radtouristen, die inne

Herbstferien ibbern Elbradwanderwech jestrampelt sein müssen. Und bei die Besichtijung von Jrüne Zitadelle und Blaues Band ham se denen die Räder unterm Hintern wechjezoren. Da kamen die jar nicht mehr drumrum, inner deutschen Hauptstadt der Fahrraddiebe inzuchecken. Alleene die Uffjabe der Anzeije bei die Polente dauert ja Tare. Jetzt schnalle ich ooch, was der Lutze und der Holjer meinen, wenn sie von profitablen jemeinsamen Projekten reden...



6.1.2019

Wall E - der letzte räumt beim Senius uff 

Juten Tach Kinnings,


unsere lustijen Studenten ham ne janz feine Nase für’n Zeitjeist. Seit 65 Joahren schon. Damals, also 1954,  ist eener aus Kölle zu uns rüberjemacht, um anner TU die „Ottojaner“ zu jründen. Seitdem setzt sich um Rosenmontach der Machdeburjer Studiosus ne Pappnase uffn Riechkolben und palavert zwischen zwee Tuschs inner Bütt rumher. Im AMO ham se jedes Joahr so ville Fetz, dass alle Rektoren seit Prof. Dassow wejen Lachkrampf nächsten Tach flach liejen. Die „Ottojaner“ sind Machdeburjer Urjesteine; älter als Lutze Trümper und der Club. Und Hellseher sind se ooch – ham schon 56 Joahre vor Rainer Nitsche, Jeorch Bandarau und Scholz & Friends jewusst, dass sich Machdeburch ab 2010 zum Otto macht.


Und dies Joahr ham se eenen echten Knüller zu bieten. Ihr Motto ab 2. März: „Otto goes to Hollywood!“ Das tut sozusaren uffe Hand liejen – denn ohne die Machdeburjer Märchen der Woche jäb’s in Hollywood jähnende Langeweile.


Nehm wir die Meldung der Woche, dass Sachsen-Anhalt die Haftplätze reduzieren wollen will. Warum? Weil Ende November man jerade 1580 Spitzbuben in die 1935 Knastzellen injepennt sind. Mit miserable 86 Prozent Auslastung kannste den Bund der Steuerzahler zur Weißjlut bringen. Schon 1977 ist die Story in „Die Verurteilten“ erzählt worden. Drei Jahre später hat in Hollywood „Das Imperium“ zurück jeschlaren – inner Volksstimmer noch in der  jleichen Ausjabe. Denn da stand eene Seite weiter, dass in Sachsen-Anhalt 2300 Haftbefehle nicht vollstreckt werden können, weil es keene Zellen jeben tut. Da fragste dich doch, wer da die Statistik frisieren tut.


Vielleicht ja der Kanonenreiter aus Leitzkau, der in „Die Abenteuer des Baron Münchhausen“ 1988 durch die Jejend flog. Der hat jeloren, dass sich die Balken biejen – unjefähr so, wie Stadtwerke und Umweltamt mit die windschiefe Pappelallee inner Beimssiedlung. Tolles Thema für die „Ottojaner“. Wahrscheinlich kriejen die Lästermäuler aus dem Hörsaal ooch jleich die Kurve zu die Arbeetslosen. Nach Ajentur-Chef Kay Senius wern Arbeetslose balle so selten wie Bleijießen, Dieselautos und Plastik-Strohhalme. In Sachsen-Anhalt jibs nur noch 79.900 Erwerbslose und 18.600 offene Stellen. Der Kino-Knaller von 2008 wird wohl wahr: „Wall E – der Letzte räumt beim Senius uff“.


Beim Blindenjeld hats ja ooch jeklappt. 1968 flimmerte „2001- Odysee im Weltraum“ ibber die Leinwand. Die Sehschwachen mussten ooch ewich im Blindfluch umherirrn, ehe sie jetze 40 Piepen mehr sehen.

Da fällt mich  jlatt „Leon, der Profi“ von 1994 in. Der war Anfang der Woche ooch in Machdeburch am Werke.  Alle Fahrkartenautomaten von Bussen und Bahnen vonne MVB hat der am Neujahrsmorjen punkt 0 Uhr uff 2009 umjezwirbelt. Einfach jenial dieser Jean Reno. Fast so wie Hugh Jackmann 2006 in „Prestige – Die Meister der Magie“. Die magischen Kräfte hat sich wahrscheinlich unsere Birjit Rendel-Münster abjeluchst: 4 Millionen wenijer Fahrjäste im ersten Halbjahr 2018 jejenüber 2017; 24 neue Fahrer – und trotzdem keen Tach ohne Ausfall. Der Machdeburjer Fahrjastverband hat ausbaldowert, warum: Wejen die „Rush Hour“ von 1998. Seit Neujahr könnt’s aber ooch „Der Fluch der Knaller“ von 2003 sein. Obwohl es die Machdeburjer irjendwie nicht mehr janz so dolle krachen lassen – dies Jahr puhlte das Stegemännchen vonner Müllabfuhr man jerade noch 15 Kubik Knallerei vons City-Pflaster uff, Fünfe wenijer als letztes Joahr.


Da kannste nur hoffen, dass es die „Ottojaner“ so richtig knallen lassen. „Otto goes to Hollywood“. Und der neue holländische Rollrasen in der Hauptrolle in „I Am Legend“. So schießt man Tore.




9.12.2018

Löcher stoppen 

Juten Tach Kinnings,


die Schwarten vonner CDU ham in Sachsen-Anhalt nach Löcher jebuddelt. Ibber 60.000 Funklöcher ham sich jemeldet.


Überraschenderweise die meisten mitten in Machdeburch. Keenen Mucks tut das Handy von sich jeben, wenn du im Stadion hockst oder in Zipkelehm am See, janz ohm uffn Riesenrad oder janz unten inner Allee-Center-Tiefjarage. So wie die jehts 28.000 Haushalten in Sachsen-Anhalt – das Handy ist bei die immer mausetot. Deshalb heißt Sachsen-Anhalt in Kennerkreisen ooch mal „Hasiland“. Warum? Na, weil sich hier Petra Ise Grimm und Raini Hase so schön  jemütlich jute Nacht saren können. Da stört sie keen Handybimmeln.  Wir bleiben schon aus Tradition – trotz Digital-Ajenda und viller Papierberje – die Letzten beim Breitbandausbau. In keen anderes Bundesland gucken so ville inne Röhre wie hier – janzenjahr 40 Prozent jehn an ihr Jerät ran wie Krafts Kater an de Buletten. Und nüscht passiert.


Macht die Hasenkinder aber nicht wirklich mürbe. Unterm Hasi ist’s man jewohnte, dass man sich alabastert, dass de Läuse bei schwitzt, am Ende aber immer vor’m Loch stehst.


Wie die in Dessau; nachdem se dem Weihnachtsmarcht da in stiller Nacht 45 Bäume stibitzt ham, jibs da mehr Löcher inne Baumständer als Kureln anner letzten verbliebenen Tanne rumherbammeln. Da hättste die Polente schon mal jut jebrauchen können. Aber die bimmelt stattdessen Rentner aus die Federn. Anjeblich, weil se eenen Strauchdieb injfangen und bei ihmchen ne Liste jefunden ham. Und nun wollen der Wachtmeister janz jenau wissen, ob noch Jeld und Schmuck im Hause ist. Paar Rentner sind uff den Trick volle Kanne rinjefallen. Dabei sollte man schon misstrauisch werden, wenn iberhaupt mal een Kriminaler privat anrufen tut. Erst Recht, wenn er erzählt, dass er eenen bösen Buben jekascht hat. Beides ist unjefähr so selten wie een Sieg vom FCM.


Polizisten werden balle sowieso so selten wie Diamanten oder Bienen. Die Löcher im Personalschlüssel weiten sich immer mehr. Letzte Woche wurde bekannt, dass 10 Prozent der Polizeischüler wejen Überforderung durch die Prüfung rauschen. Ich war letztens erst in Aschersleben. Jeder von die da drascht sich ab, dass die Schwarte kracht. Und am Ende vom Tach, also wenn se nach 1 ½ Stunden Vorlesung morjens halb drei vonner Kifferparty zurück kommen, könn se nicht mehr Zipp saren. Keen Wunder bei das ville Zeuch, was se sich inne Birne prüjeln müssen...


Löcher sind ooch in der Altmark jang und jäbe. Letzte Woche wars im Bahnhof Mieste een Loch im Tank. 3.110 Liter Diesel hatte eener aus nem Jüterzug abjesaugt und denn die Beene untern Arm jenommen. Ich jloobe aber, der hatte mehr als eene Aldi-Tüte dardabei. Jäbs in Ascherslehm wenijer Löcher uff der Anwesenheitsliste, denn jäb’s in Mieste ooch eenen Miesepeter wenijer.


Also ich mach mich für heute dinne und wünsch dich eenen schönen zweeten Advent.

Der nicht ganz ernst gemeinte Wochenrückblick aus der Ottostadt Magdeburg erscheint (fast) jeden Sonntag im Magdeburger General-Anzeiger. Nachfolgend die aktuellen Veröffentlichungen.

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